Hackerangriff: Fußnoten bei Seehofer-Rede ausgeblendet

(23.03.18) Durch einen erneuten Hackerangriff ist am Freitag im Bundestag für zehn Minuten die automatische Fußnoteneinblendung ausgefallen. Die dreiste Attacke traf ausgerechnet die Rede von Bundesinnenheimatminister Horst Seehofer (CSU). Dadurch ist es nach Darstellung der CSU-Landesgruppe im Bundestag zu bedauerlichen Missverständnissen im Zusammenhang mit Äußerungen Seehofers zur Durchsetzung von Recht und Gesetz gekommen.

Im einzelnen geht es um diese Kernaussage des Ministers:

„Ein starker Staat duldet keine rechtsfreien Räume. Sollten einmal Gesetze gebrochen werden, gilt für mich null Toleranz!“

Dazu hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Nachmittag klargestellt:

„Durch den heimtückischen Anschlag auf das Fußnotensystem des Bundestages ist eine wichtige Einblendung unterschlagen worden. Selbstverständlich gilt die vom sehr verehrten Herrn Heimatminister geäußerte Forderung nach null Toleranz nur im Zusammenhang mit Gesetzesverstößen von Flüchtlingen, Hartz-IV-Betrügern, Falschparkern und anderen Kleinkriminellen.

Sollte der Eindruck entstanden sein, dass sich die Null-Toleranz auch auf geringfügige Regelunkonformitäten der verdienten deutschen Automobilindustrie, unabsichtliche Schwarzgeldverlagerungen ins Ausland, sublegale Waffengeschäfte oder versehentliche Milliardenverluste heimischer Finanzinstitute auf Kosten der Steuerzahler bezieht, so lag dies selbstverständlich nicht in der Absicht des Ministers.

Für den Umgang mit leitkultureller Wirtschaftskriminalität, mit Verbraucherbetrug und Steuerveruntreuung gilt selbstverständlich die traditionelle christsoziale Toleranz, die wir in Bayern seit FJS selig pflegen. Da kauft uns die AfD den Schneid nicht ab!“

Inzwischen haben Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz sowie Hubert und Staller die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen wurde die IT des Bundestages über den von einem kleinkriminellen Flüchtling gestohlenen Laptop aus einem vor dem Bundestag im Halteverbot abgestellten Auto eines Hartz-IV-Empfängers heraus gehackt.

© Satzverstand März 2018

  1 comment for “Hackerangriff: Fußnoten bei Seehofer-Rede ausgeblendet

  1. Ralph
    25. März 2018 at 12:27

    .. nicht zu vergessen die hysterische, absolut überzogene Kriminalisierung von -im CSU-Soziotop ganz natürlicher- Hopfen- und Malz-Verkostung .. Prost

    vgl.: http://julia-seeliger.de/kiffen-in-bayern-drogenpolitische-wahlempfehlungen-des-dhv/

    Apropos CSU und Alkohol am Steuer: Da gibt es neben Becksteins Zwei-Liter-Tank in der CSU eine Menge anderer Beispiele

    Otto Wiesheu, damals CSU-Generalsekretär, rammt 1983 im Suff (1,7 Promille) auf der Autobahn ein Auto. Der Fahrer kommt ums Leben. Wiesheus Karriere geht trotzdem ungeschmälert weiter, von 1993 bis 2005 ist er Bayerischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie

    Der Würzburger Stadtrat und Oberbürgermeister Jürgen Weber (CSU) verliert im Frühjahr 1984 seinen Führerschein wegen Alkohol am Steuer

    Im November 1984 muss Ex-Bundesinnenminister Hermann Höcherl den Lappen wegen Alkohol am Steuer abgeben, ebenso der Landtagsabgeordnete Gustav Matschl (CSU)

    Der CSU-Vize Landrat von Kelheim Hans Kirzinger verursacht im Dezember 1985 mit 1,23 Promille einen Unfall mit einem Toten

    Mit 1,4 Promille Alkohol im Blut baut der ADAC-Ehrenpräsident Franz Stadler (CSU) 1989 einen Unfall mit 40.000 DM Sachschaden

    Der Programmdirektor des Bayerischen Rundfunks Wolf Feller (CSU) bringt es 1994 mit 2,36 Promille zu zwei Totalschäden

    Der Landrat des Landkreises Lindau/Bodensee Manfred Bernhardt (CSU) gerät 2000 mit 1,8 Promille in eine Alkoholkontrolle

    Ergänzungen erwünscht – wie war das zum Beispiel noch mal mit Eduard Lintner, dem ehemaligen Drogenbeauftragten? Ach ja, und apropos Drogenbeauftragte und CSU, Maria Eichhorn, eben genau in diesem Amt bei der CDU/CSU – woanders hieße das wohl “drogenpolitische Sprecherin” – warnte genau an dem Tag, als Beckstein die zwei Liter am Steuer empfahl, vor der Droge Alkohol

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