Neue Studie: Brexit durch Adipositas

Um gesundheitlich fit zu bleiben, habe ich den Newsletter des Deutschen Ärzteblattes abonniert. Ein großer Fehler. Denn dieser Newsletter berichtet jeden Tag über Ergebnisse aus neuen medizinischen Studien. Wer das regelmäßig liest, sieht das Frühbucher-Angebot des örtlichen Bestatters mit anderen Augen.

Menschen mit meinem Body-Mass-Index zählen zu den Lieblingen medizinisch-pharmakologischer Studien. Weil ich meinen Bluthochdruck auch noch ständig zu spät ins Bett bringe, bin ich schon so gut wie klinisch tot. Herzinfarkt, Parkinson, Demenz – alles eher eine Frage von Stunden als von Tagen.

Jetzt lässt eine aktuelle Dickerchen-Studie aus Großbritannien auch den Brexit in ganz anderem Licht erscheinen. Herr Dr. Mark Hamer von der Loughborough University in Leicestershire hat bei 10.000 Briten das Hirnvolumen mit dem Body-Mass-Index und dem Quotienten aus Taillen- und Hüftumfang verrechnet. Da sage noch einer, Mathe brauche man nach der Schule nie wieder.

Brite – Brain = Brexit

Das Ergebnis laut Ärzteblatt: „Die Teilnehmer, die im Durchschnittsalter von Mitte 50 fettleibig waren und einen hohen Taille-Hüft-Quotienten aufwiesen, was eine viszerale Adipositas anzeigt (also ordentlich Bauchspeck über der Hüfte), hatten das geringste Hirnvolumen. Besonders deutlich war der Unterschied in der grauen Substanz, in der sich die Schaltzentren des Gehirns befinden.“

Nach EU-Daten ist auf der Insel Ihrer Majestät mindestens jeder Vierte krankhaft übergewichtig. Für den medizinisch-politischen Kurzschluss muss man kein Experte sein: Brite minus Brain gleich Brexit. Hätte Großbritannien doch nur fünf Jahre früher Zuckersteuer und Lebensmittelampel eingeführt….

In Deutschland ist gottseindank nur jeder 4,255-te Einwohner adipös (23,5 Prozent). Das reicht noch nicht ganz für einen Dexit. Allerdings waren nach einer Wählerernährungsanalyse der Universität Mönninghausen/Bönninghausen bei der Bundestagswahl 2017 etwa 12,6 Prozent der Wahlberechtigten adipös. Das entspricht exakt dem Stimmenanteil der…. Aber da fehlen selbstverständlich noch ausführliche wissenschaftliche Expertisen.

Mein Tipp: Wer jetzt endlich die Lebensmittelampel einführt, kann sich das Geld für Heimatministerien sparen.

Um der wissenschaftlichen Wahrheit willen sei ergänzt, dass Herr Dr. Hamer nicht ausschließt, dass es statt „dick = dumm“ auch „dumm = dick“ heißen könnte. Das finde ich persönlich sehr beruhigend.

© Satzverstand – Februar 2019

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