Mit dem rechten Riecher die besten Volksadressen sichern

(22.10.17) Neulich habe ich in einem Beitrag AfD mit AfDeppen übersetzt. Das war gemein. Es stimmt auch nicht durchgehend. Viele Alternativdeutsche sind sogar alles andere als Deppen. Und damit meine ich nicht allein das Diäten-Traumpaar Pretzell-Petry, das sich über die Bewegung allerlei lukrative Parlamentsjobs besorgt hat und jetzt in eine finanziell sorgenfreie Zukunft blickt.

Die Rheinische Post hat jüngst nachgerechnet, dass die AfD-Abgeordneten in den Landtagen und im Bundestag in den nächsten vier Jahren rund 400 Millionen Euro bekommen. Von verdienen kann man angesichts der bisher zu beobachtenden Parlamentsarbeit alternativer Volksvertreter sicher nicht sprechen.

Doch auch wer nicht das Glück hat, vier oder fünf Jahre lang für ein bisschen Parlamentsrandale und interne Grabenkämpfe reichlich Steuergeld einzustreichen, kann in der Rechtskurve sein Glück machen. Wer jetzt den rechten Riecher beweist, investiert in die letzten noch verfügbaren Volksdomains. Viele der einschlägigen Webadressen könnten bald (wieder) richtig wertvoll werden. Dass es dabei nicht um .com-, .org- und schon gar nicht um .eu-Adressen geht, sondern einzig um das gute deutsche .de, versteht sich von selbst.

Um Ihnen gleich eine bittere Enttäuschung zu ersparen: Bei grossdeutschland.de, endsieg.de, machtergreifung.de und schutzhaft.de war schon jemand schneller. Aber gleichschaltung.de, rassegesetze.de oder mutterkreuz.de sind noch nicht registriert. Leider ist heiminsreich.de nur noch ohne Bindestriche zu haben. Angesichts der politischen Lage in Österreich ist aber auch das eine nahezu mündelsichere Anlage – ein Brown Chip, wie es die Schatzmeister von AfD und FPÖ nennen würden.

Wenn es weiter so mit rechten Dingen zugeht, wird der Migrationshintergrund bald wieder eine größere Rolle spielen. Zu dumm, dass reinrassig.de schon registriert ist. Alternativ lohnt sich die Investition in ahnenpass.de. Diese aussichtsreiche Adresse steht für lumpige 90 Euro zum Verkauf – ein absolutes Schnäppchen auf dem Ramschpreisniveau von ameisenbär.de.  Zu meiner großen Überraschung ist auch eine lukrative Top-Adresse mit fünf Björn-Höcke-Sternen noch auf dem Markt: volksgemeinschaft.de. Da habe ich doch schnell selbst eine Preisanfrage gestartet: Verhandlungsbasis 499 Euro – ein Witz im Vergleich zu den Buskosten für die Wutbürger-Kaffeefahrten zu den Merkel-Auftritten im Wahlkampf.

Mit Blick auf die neuen Mitbewohner des Bundestages liebäugele ich jedoch eher mit der Adresse reichstagsbrand.de. Sie gehört momentan Herrn Jiri Prochazka aus Nischni Tagil in Russland. Das liegt irgendwo im mittleren Ural. Es gibt aber einen deutschen Vermittler, mit dem man gegen ein erstes Mindestangebot von ebenfalls 499 Euro sicher schnell ins Geschäft kommt. Für AfD-Mitglieder gibt es vermutlich einen Gauland-Putin-Pakt-Rabatt.

© Satzverstand, Oktober 2017

 

PS: In diesem Beitrag habe ich ausdrücklich kein Fake-News-Gütesiegel platziert. Denn alle Angaben zu den genannten Webadressen stimmen (Stand: 22. Oktober 2017). Prüfen Sie das gerne bei der für die deutsche Länderkennung zuständigen Denic nach. Oft sind es IT-Firmen oder Werbeagenturen, die sich vermutlich ohne größere politische Hintergedanken wahllos Begriffe für den Weiterverkauf gesichert haben. Bei „grossdeutschland.de“, „machtergreifung.de“ oder „reinrassig.de“ habe ich da Zweifel. Diese Domains stehen nicht zum Verkauf. Die Seiten sind nicht freigeschaltet oder lassen sich nicht erreichen. Noch nicht…

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