Das Elend der Fische

(14.11.17) Wer wie ich zur Horoskoptölpelgruppe der Fische zählt, ist überirdischen Kummer gewohnt.

Es fängt damit an, dass wir stets am Ende der Sternzeichenliste stehen. Kurz vor Feierabend dichten sich die Kosmopoeten gerne noch mal den letzten Rest Psychoplumpaquatsch von der Sterndeuterseele.

Dann steh´n wir da zu schwimmen: als feinfühlige Sensibelchen, die zwar eine zarte Seele, aber im Gegensatz zu Stier, Jungfrau, Waage oder Einhorn nicht viel auf der Fischpfanne haben.

Glücklich dürfen wir uns schätzen, wenn die Horoskopisten ihre Sternschnuppen wenigstens in Zeugnissprache packen. So wie neulich der Milchstraßen-Arno vom Berliner Kurier (Ausschnitt):

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Sie arbeiten gut und konzentriert – und zwar in ihrem Tempo!

Anders gesagt: „Sie machen es halt so gut, wie eine Flachwasserpfeife wie Sie es drauf hat.“

Welche Note versteckt sich noch gleich hinter der Arbeitgeberformulierung Er/Sie hat sich stets bemüht? Irgendwas im mittleren einstelligen Bereich, oder?

Vielleicht bin ich aber auch einfach zu sensibel.


© Satzverstand November 2017

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