Schock im Norden: GroKo plant Tagesgrundsteuer S für Strandburganlagen

Das schockt den Norden: Die GroKo hat sich im Streit um die Grundsteuerreform auf die Einführung der Tagesgrundsteuer S geeinigt. Sie betrifft Sand- oder Strandburganlagen mit einer Grundfläche von mehr als drei Quadratmetern.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet mit Mehreinnahmen von täglich 30 Millionen Euro für die Küstengemeinden, aber auch für Talsperren-Anrainer und Binnensee-Kommunen.

„Nord- und Ostseeurlauber müssen mit Mehrausgaben von bis zu rund 7,54 Euro pro Tag rechnen. Dieses Geld steht den Ferienverbringern nicht mehr für Touristennepp aller Art zur Verfügung“, warnt der Fremdenverkehrsverband Schleswig-Holstein.

Dagegen hat der Strandkorbpiratenverband Nordostholstein die Entscheidung begrüßt. „Wir beobachten seit Jahren, dass sich immer mehr Urlauber schon frühmorgens große Teile des Strands durch den Bau aufwendiger Wall- und Wassergrabenanlagen sichern. Teilweise haben wir es mit sehr aggressiv schaufelnden Clans und sogar Kinderbanden aus dem Ruhrgebiet oder dem süddeutschen Raum zu tun“, so Verbandssprecherin Mandy Sandner.

Die Tagesgrundsteuer S werde dafür sorgen, dass sich Urlauber auf höchstens 2,9 Quadratmeter Strand beschränken. Das verschaffe der heimischen Strandkorbpiraterie einen deutlichen Zuwachs an Marktfläche.

Vorbehaltlich der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat wird die neue Tagesgrundsteuer S ab 1. Januar 2020 erhoben. Sie berechnet sich nach Angaben der deutschen Grundsteuerkammer wie folgt:

Strandkorbeinheitswert x Sandkornmesszahl/m3 + Gezeitenfaktor (Ebbe x Flut) zum Quadrat

= Grundsteuersandbetrag
 


Grundsteuersandbetrag x Kurtaxe = Tagesgrundsteuer S

Bitte beachten Sie: Laut Bundesfinanzministerium gilt bei Sturm- oder Springflut der ermäßigte Tagesgrundsteuersatz S1. Besitzer von Strandkörben in küstenfernen Binnen- oder Wintergärten können sich auf Antrag von der Tagesgrundsteuer S befreien lassen. Eine Verrechnung mit der Seehundesteuer ist dagegen nicht möglich.

© Satzverstand – 19. August 2019

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