Echte Regierungstypen brauchen keine Stilberatung

Das ist mir total durchgegangen. Entschuldigung. Ich bin Ihnen ja noch eine Antwort schuldig. Vielmehr die Antwort der Bundesregierung auf eine der vielen wichtigen Fragen, die die Alternativdeutschen im Bundestag stellen – im Rahmen ihrer ideologischen Möglichkeiten.

„Wer frisiert die Kanzlerin?“ wollte die Braunkäppchen-Fraktion in ihrer kleinen Bundestagsanfrage vom 2. April 2019 ganz genau wissen.

Außerdem sollte die Bundesregierung Farbe bekennen, wer von den großen GroKo-Tieren seit Amtsantritt wann, warum, von wem und für wie viel Steuergeld Mode-, Farb-, Stil- oder Typberatungen in Anspruch genommen hat (satzverstand.de vom 25.04.19).

Die Antwort der Bundesregierung vom 30. April ist auch für die erwartungsfrohe Yellowpress eine herbe Enttäuschung:

„Weder von der Bundeskanzlerin, den Bundesministerinnen und -ministern, den Staatsministerinnen und -ministern oder anderen hochrangigen Regierungsvertreterinnen und -vertretern wurden Leistungen im Sinne der Frage zu Lasten des Bundeshaushalts in Anspruch genommen.“

Keine Typberatung. Keine Modeberatung. Keine Farb- und Stilberatung. Das erklärt so manchen blassen Auftitt.

Aber es geht ja in der Anfrage nur um Leistungen auf Kosten der Steuerzahler. Privat lassen sich Merkel, Maas, Scholz und Karlicek bestimmt beraten.

Von der Kanzerlin wissen wir, dass Herr Sauer abends den Hosenanzug bügelt und morgens eine frisch aufgerautete Bluse rauslegt.

Der Außenminister hat vorsorglich eine Stilikone geheiratet. Und wer dem Finanzminister morgens die ausgedehnte Denkerstirn auf Betriebstemperatur poliert, ist nun wirklich Privatsache.

Einen kleinen investigativen Erfolg haben die Alternativdeutschen dann aber doch erzielt. Kleinlaut hat die Bundesregierung eingeräumt:

„Die Bundeskanzlerin nimmt für Make-up und Frisur die Leistungen einer freiberuflichen Assistentin in Anspruch.“

Außerdem haben vier (!) Bundesministerinnen und -minister einmal oder zweimal die Dienste von Visagisten zu Lasten des Bundeshaushalts in Anspruch genommen. Und zwei (!) Staatssekretärinnen haben sich gute Mienen zum böse Medienspiel verpassen lassen.

Zusammengefasst: Die komplette Bundesregierung einschließlich Staatssekretäre hat in zwei Jahren zusammen so viel Geld für instagramfähige Aufritte verprasst wie der noch immer auf dem Stiefel herumgockelnde ehemalige italienische MInisterpräsident Silvio Berlusconi an einem einzelnen Vormittag.

Die Alternativdeutschen fragen jetzt doch lieber wieder nach Flüchtlingen, Wölfen mit Migrationshintergrund und islamistischen Nebenwirkungshinweisen in Arzneimittel-Beipackzetteln.

© Satzverstand – 20. August 2019

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