Müssen wir bald alle vor Gesundheit sterben?

Leute, esst Euch Weihnachten noch mal richtig satt. Wer weiß, wann es wieder was Leckeres gibt. Bald müssen wir alle vor Gesundheit verhungern.

Denn die Lebensmittellobby hat die Studienschlacht um die Einführung des Nutri-Score verloren. Das ist dieses einfache System zur Lebensmittelkennzeichnung: fünf Farben von rot bis grün mit fünf Buchstaben von A bis F.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat gerade eine Verordnung zur Einführung des Farblabels in Deutschland vorgelegt.* Zucker, Fett und Salz haben bereits Ausreisevisa beantragt.

Aber gemach: Wie alles aus dem Hause Klöckner ist auch die Verwendung des Nutri-Score freiwillig – eine unverbindliche Empfehlung. Die Hersteller können selbst entscheiden, ob sie mitmachen.

Zu Ehrenrettung der Ministerin: Eine verpflichtende Verwendung ist nur möglich, wenn alle EU-Länder mitmachen. Das ist schwierig. Aber nicht unmöglich. Denn Frankreich hat den Nutri-Score bereits seit 2017, Spanien und Portugal sind dabei, Belgien, die Schweiz und Luxemburg machen mit, und auch die Niederlande sind auf dem Sprung. Italien bockt noch aus Sorge um rote Etiketten auf Pasta und Parmesan.

Die Lobby bereitet sich trotzdem auf das Schlimmste vor. Doch die Hersteller haben längst eine gute Idee, wie sie dafür sorgen können, dass europäische Dickerchen auch übermorgen nicht vom Fleisch fallen. Das ist das Thema meiner neuen „rezeptfreien Anmerkung zur Gesundheitspolitik“ für das Magazin „Gesundheit+Gesellschaft“:

 

*Infos des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Einführung des Nutri-Score

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